Das große Vereinsporträt

Heute, am 29. März im Lokalteil der Neuen Westfälischen:

Ein kleiner Ort groß in Bewegung
Die noch junge Erfolgsgeschichte des Turnvereins Häver / Fast 60 Gruppen bieten für jeden die passende sportliche Betätigung

Von Dieter Schnase (Text)
Und Patrik Menzel (Fotos)

katrin-tvh-portrait.jpgKirchlengern-Häver. Orientalischer Tanz, Kraft- und Muskelaufbautraining oder Tai Chi Chuan – im Turnverein Häver kommen auch die ausgefallensten Bewegungsarten zu ihrem Recht. Die Öffnung in die Breite und das Erspüren neuer Trends sind zwei Erfolgsrezepte des mit 1 640 Mitgliedern größten Vereins in der Gemeinde Kirchlengern.

Der Turnverein ist zwar fast 40 Jahre alt, die rasante Entwicklung hat er aber erst in den letzten Jahren genommen. Ulrich Albsmeier, seit 1999 Vorsitzender, weist auf die Besonderheit schon in der Gründungszeit hin: die von Friedhelm Bockhorst ins Leben gerufene Männergymnastikgruppe, aus der die Faustball- und Prellballgruppen hervorgingen. „Die Prellballer wurden dreimal in Folge Deutscher Meister.“ Zu den ersten Gruppen gehörte der Bereich Gymnastik und Kinderturnen – bei Wettkämpfen konnten gute Erfolge erzielt werden. Angesichts des aktuellen Angebots für Kinder ab einem Jahr (Mutter-Vater-Kind-Gymnastik) sowie Frauen und Männer bis 80 (u.a. Osteoporosegruppe) ein bescheidender Anfang. In den letzten acht Jahren hat der TV Häver seine Mitgliederzahl mehr als verdoppelt – aktuell sind 1 640 registriert. „95 Prozent sind Aktive.“

Knapp 60 Gruppen sind unter einem Dach integriert – mit 250 Mitgliedern, bilden die Handballer die größte Abteilung. „Die Handballer haben durch die WM einen enormen Aufschwung genommen“, freut sich Albsmeier. Aufs Jahr gerechnet werden im Verein etwa 3.000 Stunden sportliche Betätigung geleistet – bei durchschnittlich rund 20 Teilnehmern je Stunde insgesamt also 60.000 Stunden.

bauchtanz-tvh-portrait.jpgDie Terminabstimmung in diesem „Großunternehmen“ ist alles andere als einfach. Der Vorsitzende spricht hier Politik und Verwaltung ein großes Lob für deren Unterstützung bei der Lösung der Raumprobleme aus. Die Turnhalle an der Grundschule Häver reichte schon lange nicht mehr, um allen Gruppen die zumeist in den Abendstunden liegen Trainingsstunden zu ermöglichen. Mit dem Bau des Gymnastikraumes vor einem Jahr kam die Gemeinde einem Wunsch des Vereins entgegen. Hier konnte ein spezieller Raum mit Spiegelwand geschaffen werden, der unter anderem von der Abteilung Orientalischer Tanz mit Annette Geers-Hölzer genutzt wird.

kraftraum-tvh-portrait.jpgMit dem Neubau des Traktes an der Grundschule entstand auch der Raum für das Krafttraining. Die Geräte dafür stammen aus der Bali-Therme in Bad Oeynhausen. „Bei der Übernahme durch ein privates Management vor einigen Jahren wurden alle Geräte dort erneuert“, erinnert sich Albsmeier. Zufällig hatte er vom Verkauf im Internet erfahren und nach Absprache mit den Verantwortlichen vorher zugegriffen. „Die Gemeinde hat die Geräte dann kostenlos abgeholt“. Die Sporthallen in der Mark und in Quernheim können ebenfalls vom TV mitgenutzt werden. Die Mitglieder kommen auch aus Bünde, Löhne, Herford und sogar Bielefeld. Stolz können Albsmeier und seine Vorstandskollegen aber darauf sein, dass etwa jeder zweite der knapp 1.900 Häveraner hier ein Betätigungsfeld gefunden hat.

tai-chi-cuan-tvh-portrait.jpg„Der gesundheitsorientierte Breitensport für alle Altersklassen steht bei uns im Mittelpunkt“, sagt Ulrich Albsmeier. Der Vorstand entwickele hier Perspektiven für die Zukunft. Eine kleine Auswahl der Angebote: Walking, Aerobic-Dance, Fitnessgymnastik, Yoga, Wasserspiele, Badminton, Gymnastik Hausfrauen ab 50 und Hobbyfußball. Der Spaß und die Freude in der Gruppe sind ebenfalls wichtig. Besuche zum Beispiel im Heidepark oder Karnevals- und Weihnachtsfeiern tragen dazu bei. Die 70 Übungsleiter und Trainer werden regelmäßig geschult. Im Jugendbereich arbeitet der Verein mit örtlichen Schulen zusammen.

uli-tvh-portrait.jpgFür den Vorsitzenden ist der Sport ebenfalls ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Er ist Marathonläufer und Triathlet, und auch für diese Sportarten gibt es im Verein Mitstreiter, die regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen. Die Läufer nutzen im Sommer u.a. die Finnbahn in Randringhausen. Ulrich Albsmeier: „Wer viel läuft, braucht eine Ausgleichsgymnastik, um Muskeln zu kräftigen, die beim Laufen nicht gestärkt werden.“ Die Konditionsgymnastik sei hier das richtige Zusatzangebot.

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